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transformer #27

Vertical Cities - bewohnbare Kraftwerke in Metropolen der Zukunft

Frank Jendrusch
Special Guest Frank Jendrusch

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Special Guest: Frank Jendrusch

"Fortschrittsoptimismus? Die Menschen hatten früher auch Angst vor der Eisenbahn und dachten, sie würden ob der Geschwindigkeit versaftet werden."
[Frank Jendrusch]

 

Im neuwaerts.fm TRANSFORMER Interview mit Gastgeber Ingo Stoll spricht Immobilienunternehmer und Architekturvisionär Frank Jendrusch über sein Konzept der 'Vertikalen Städte' und das Leben in Metropolen jenseits des Jahres 2030. Die von ihm entwickelten TOWERPLANTS™ sind bis zu 1.600 m hohe Gebäudekomplexe im Zentrum von Metropolen, die aufgrund ihrer Größe ein eigenes Stadtzentrum bilden und mehr Energie erzeugen, als sie mit ihren bis zu 250.000 Bewohnern verbrauchen. Frank Jendrusch ist Gründer und Chef der Jendrusch Capital, die sich global als Beteiligungsgesellschaft engagiert. Darüber hinaus ist er regional in Hamburg mit Jendrusch und Partner als Immobiliengesellschafter tätig. In Hamburg plant er mit dem Elbsegel das erste TOWERPLANT™ Deutschlands.

Unser Gespräch mit Frank Jendrusch haben wir am Stammsitz seiner Firmen in Hamburg persönlich führen dürfen.

 

TOWERPLANTS - vertikale Städte

Angesichts einer immer schneller wachsenden Weltbevölkerung einhergehend mit immer geringeren Ressourcen und großer Umweltbelastung hatte Frank Jendrusch bereits in den 90er Jahren die Idee vertikaler Städte mit autarker Energieversorgung. Insbesondere im nahen und fernen Osten zeichnet sich ein klarer Trend ab, immer größer und höher zu bauen, sei es aus Prestigegründen oder aber um dem wachsenden Bedarf an Wohn- und Büroflächen Rechnung zu tragen.

Noch sind sie nur eine Vision: vertikale Städte mit bis zu 250.000 Bewohnern auf bis zu 400 Stockwerken - mitten in den Metropolen der Boomtowns in Asien und überall dort, wo sich die Bevölkerungszahlen rasant nach oben entwickeln. 

"Die Bevölkerungszahlen aller Metropolen dieser Erde werden sich verdoppeln - manche sogar verdreifachen."

 

 

Das Konzept der TOWERPLANTS ist dabei eine kühne Vision, die energetisch so interessant wie stadtplanerisch herausfordernd ist. Sie können ein aktiver Beitrag zur Energiewende sein, denn TOWERPLANTS sind autark und verbinden gleich drei regenerative Energiequellen: Da Extremhochhäuser gegenwärtig insbesondere aufgrund ihres enormen Energiebedarfs nur bedingt wirtschaftlich sind, lag die oberste Priorität bei der Entwicklung von TOWERPLANTS™ in der Bereitstellung einer unabhängigen, umweltgerechten Energiezufuhr: Aufwindkraftwerke verwandeln die enorme Windlast und Abwärme über ein Turbinensystem in elektrischen Strom. Hinzu kommt die energetische Umsetzung von photovoltaikaktiven Fassaden. Aufgrund der notwendigerweise sehr tiefen Gründungen der TOWERPLANTS™ wird in den vertikalen Städten geothermisch gewonnenes Heißwasser zur Beheizung, Kühlung und Warmwasserversorgung verwendet. Diese drei regenerativen energetischen Systeme produzieren je nach Größe des TOWERPLANTS™ zwischen 500 und 2.000 Megawatt Leistung. Da das System mehr Energie produziert als es verbraucht, die energetische Nutzung dieser Ressourcen ist für die Bewohner kostenfrei.

Aber die Herausforderungen werden schnell sichtbar, wenn man auf den enormen Platzbedarf dieser Gebäude schaut, die zudem - nach Jendrusch's Wunsch - direkt in die Zentren der Metropolen gehören. Dieser Platzbedarf macht Verhandlungen mit Regierungen - nicht mit Investoren erforderlich.

 

"Der Burj Khalifa ist nur ein Hochhaus. Ich konstruiere vertikale Städte."

 

Das Elbsegel - das vielleicht erste TOWERPLANT der Welt

Wie kontrovers die Debatten um die TOWERPLANTS geführt werden, zeigt das aktuelle Beispiel des Vorhanbens von Jendrusch in Hamburg. Das sog. 'Elbsegel' ist im Entwurf dabei "nur" 290 m hoch und keine vertikale Stadt, sondern in der Miniaturausgabe des Edision Towers nut ein 'modernes Hochhaus' mit herausragender Energiebilanz. 

"Hamburg ist eine sehr provinzielle Stadt und nicht mit den Metropolen dieser Welt zu vergleichen."

Quelle: http://towerplants.com/elbsegel-details.html

 

Links aus der Show & weitere Infos

 

Mein Dank geht an Frank Jendrusch für die Interviewzeit und einen spannenden Einblick in eine mögliche Zukunft unserer Metropolen.